Berichte

Erntedankfest 2009Sonntag, 04.10.2009

Unruhig wälzten sich einige Hochlarmarker in der Nacht vor dem Erntedankfest in ihren Betten und konnten nicht so richtig schlafen. Warum? Der Wind hatte ziemlich aufgefrischt und wehte heftig übers Land. Wird dieses der am Vortag aufgebaute Pavillon überstehen? Nach einer stürmischen Nacht, traf das Organisationsteam schon frühzeitig auf dem Kirchengelände ein, um nach dem Rechten zu sehen und noch die letzten Vorbereitungen zu treffen. Was würde sie erwarten? Würde das Zelt „vom Winde verweht“ sein?


Nein, zum Glück ist nicht viel passiert. Eine Seite war etwas zur Seite gekippt, aber das konnte schnell wieder in Ordnung gebracht werden. Außerdem hatte der Wind inzwischen erheblich nachgelassen und die Sonne ließ sich sogar etwas sehen. Das Erntedankfest am Sonntag, dem 4. Oktober 2009 konnte nun wirklich beginnen.

Als Einstimmung auf den Gottesdienst spielte zunächst unser kleiner Instrumentalkreis, während die Gottesdienstbesucher so nach und nach im Kirchenschiff Platz nahmen. Für die weitere musikalische Gestaltung sorgte dann im Verlauf des Gottesdienstes unser Gemeindechor.

Der Vorsteher, Hirte Uwe Dimek, hielt den Gottesdienst und las zu Beginn das Textwort vor: „Und er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst, dass er's nicht weiß. Denn die Erde bringt von selbst zum ersten das Gras, danach die Ähren, danach den vollen Weizen in den Ähren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.“ (Markus 4, 26-29)

Die zentrale Frage in diesem Gottesdienst an alle Anwesenden war: Was säst du aus? So wie in der natürlichen Schöpfung immer nur das geerntet werden kann, was ausgesät wird, wäre es auch in der geistlichen Schöpfung. Daher riet der Hirte in seiner Predigt, auf unsere Aussaat am Nächsten zu achten. „Wenn wir Liebe, Freundlichkeit, Frieden und Trost säen und das alle so machen würden, können wir eine schöne Atmosphäre erzeugen, in der sich alle wohlfühlen,“ so der Vorsteher.

Nachdem auch die Kinder der Sonntagschule zur Feier des Heiligen Abendmahles ins Kirchenschiff gekommen waren, ging der Hirte noch auf die gelben Zettel ein, auf die die Kinder am Vortag aufgeschrieben hatten, wofür sie dankbar wären. Diese Zettel waren dann in die Altardekoration eingebunden worden. An die erwachsenen Gottesdienstbesucher gerichtet, stellte er die nachdenkliche Frage: „Was hätten wir darauf geschrieben?“

„Das letzte Wort“ in diesem Gottesdienst hatte nicht der Gemeindechor, sondern der Kinderchor, der mit sehr viel Begeisterung das Lied „Ich freue mich“ vortrug.

Anschließend waren alle zum Brunch eingeladen. Allerlei köstliche Düfte waberten auch schon durch das Kirchengebäude und lockten in das Untergeschoss, wo die leckeren Köstlichkeiten schon warteten. Das Thema war diesmal „Bauernfrühstück“ mit vielen deftigen Wurstsorten, Schmalzbroten, Leberkäse, Rührei und allem was sonst noch zu einem zünftigen Brunch gehört.

Die Kinder hielten sich nicht allzu lange mit Essen auf, es gab schließlich „Wichtigeres“ zu tun: Die Sonne, die Wiese und ein mitgebrachter Ball lockten nach draußen zum Toben. Als die Vorsonntagschul- und Sonntagschullehrerinnen zum „Plündern“ des Altars aufriefen, sah man einigen an, dass dieser Aufruf gerade irgendeine Tätigkeit unterbrochen hatte. Aber man war ja flexibel, in der einen Hand noch ein Brötchen, die Schnute voller Schokolade oder noch mit Papierflieger oder Ball „bewaffnet“ konnte man mit der anderen Hand ja noch locker eine Frucht vom Altarschmuck aussuchen. Die begehrten Weintrauben wurden in mehrere Rispen geteilt und geschwisterlich geteilt. So bekam jeder etwas von seinem Lieblingsobst oder Gemüse. Die Nüsse wurden schließlich noch in die Jackentaschen verteilt. Die Kleinsten kamen so ganz schön ins Staunen: Was da alles reingeht!

Nicht nur diese „Plünderung“ hinterließ ihre Spuren (in Form von Nussschalen, Strohhalmen o. ä.), sondern auch am Büfett gab es am Ende noch einiges aufzuräumen und zu putzen. Aber da viele mit anpackten, war das schnell erledigt.

So ging ein schönes Erntedankfest leider wieder mal viel zu schnell zu Ende.

Die vielen Spenden für die „Recklinghäuser Tafel“, die am Samstag im Eingangsbereich aufgebaut worden waren, wurden am darauffolgenden Montag von Mitarbeitern der Tafel abgeholt. Es hat manch einer gestaunt, wie viel bei dieser Spendenaktion zusammengekommen ist. Neben Lebensmitteln wie Konserven, Nährmitteln, Säften, Kaffee und Süßigkeiten wurden auch Hygieneartikel wie Babywindel, Toilettenpapier o. ä. gespendet. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich der Vorsteher bei allen ganz herzlich.


Fotogalerie zum Erntedanktag 2009
 

Sonja Glinka / Frank Glinka