Berichte

Nach fast 300 Jahren aus dem Chor verabschiedetSonntag, 20.01.2008

Nach dem Gottesdienst am Sonntag, dem 20. Januar 2008 erfüllte unser Hirte Uwe Dimek schweren Herzens den Wunsch einiger Sängerinnen und Sänger. Aus Alters- bzw. Gesundheitsgründen wollten sie ihre aktive Tätigkeit im Gemeindechor beenden. Aber so einfach „sang- und klanglos“ in die Bänke auf die andere Kirchenseite wechseln – das sollte es nicht geben. Immerhin gab es ungefähr 300 Jahre aktive Tätigkeit im Chor zu würdigen. Die fünf Chormitglieder können nämlich jeweils auf eine ca. 60-jährige Zeit zurückblicken.


So bat der Hirte die Glaubensgeschwister Annemarie Kujath, Edith Voss, Erika Berner und Günter Berner nach dem Gottesdienst an den Altar. Mit liebevollen Worten dankte er den Sängern herzlich für ihre „Arbeit“ (die von ihnen gar nicht als solche empfunden wurde, wie sich später noch zeigte) und das Zeitopfer, indem sie die Chorproben besucht hatten. Der Vorsteher schilderte, wie schön und wichtig der Chorgesang in den Gottesdiensten wäre, aus Sicht des Dienstleitenden oft ein hilfreicher Einstieg, für die Gottesdienstbesucher ein warmer Empfang und vielfach Trost und Hilfe. „Der Chorgesang öffnet die Herzen und bereitet den Weg für das Wort Gottes“, so der Hirte. In seinen Dank schloss Uwe Dimek auch Tenorsänger Herbert Jauer ein, der an diesem Sonntag leider nicht am Gottesdienst teilnehmen konnte.

Von unseren beiden Dirigenten wurde dann noch ein kleines Dankeschön an die „Fast-Ruheständler“ überreicht. „Fast-Ruheständler“ deshalb, weil sie sich von der Chormusik noch nicht endgültig verabschieden werden; denn im Bezirksseniorenchor werden sie auch weiterhin dabeisein. Schließlich gab es noch ein gemeinsames Ständchen für alle.

Und was bewegte die Herzen der verabschiedeten Chorsänger? Was haben sie in all den Jahren so erlebt?

Beim anschließenden Kaffee trinken gab es viel zu erzählen:
Alle haben mit viel Freude im Chor gesungen. Bereits in sehr jungen Jahren (im Alter von 14 Jahren - direkt nach der Konfirmation, oder teilweise schon als 12-jährige) wurden sie in den jeweiligen Gemeinden in denen sie aufgewachsen sind, in den Chor aufgenommen. Es gab einige Veränderungen im Laufe der Jahre, auch die Dirigenten haben gewechselt, aber jeder wurde in seiner Art angenommen. Eine Schwester betonte, sie wäre „mit Leib und Seele Sängerin“. Sie erinnert sich auch gerne daran, dass früher Gruppen des Chores die Kranken besucht hätten und dadurch viel Freude bei den Besuchten aber auch bei den Sängern selber ausgelöst hätten. Eine andere Schwester erzählte, dass sie in kleinen Gemeinden aufgewachsen wäre und dadurch auch die Chöre nur wenige Sänger hatten. Daher war es für sie immer ein ganz besonderes Erlebnis, wenn sie bei Ereignissen wie Jugendtagen oder Bezirksgottesdiensten in einem großen Chor mitsingen durfte.

Die letzte Gesangstunde

Am Montag, dem 21. Januar waren die „Ruheständler“noch ein letztes Mal zur Chorprobe eingeladen, um auch im „kleinen Kreis“ noch verabschiedet zu werden. Dabei durften sie sich nun jeder ein Lied wünschen. Günter Berner war der erste. Augenzwinkernd meinte er: „Ich wollte mir eigentlich das Lied Nr. 282 aus der Chormappe wünschen.“ Alle Sänger schlugen neugierig die Mappen auf, um zu sehen um welches Lied es sich handeln würde – und warum er dabei so schmunzelte. „Und endlich kommt der letzte Tag...“ Da mussten natürlich alle lachen, und Bruder Berner suchte sich dann doch etwas anderes aus.

Nachdem auch Erika Berner und Edith Voss sich ein Lied gewünscht hatten, war die Gesangstunde schon (fast) zu Ende. In der Garderobe war noch ein kleiner Imbiss vorbereitet und wartete darauf, den gemütlichen Teil einzuleiten.

Im Altenheim

 Am Dienstag, dem 22. Januar wurde Bruder Jauer von den Dirigenten Markus Kujath und Markus Golm im Altenheim verabschiedet. Er hat seit 1948 im Chor gesungen.

Sonja Glinka / Frank Glinka