Berichte
Weihnachtsfeier 2008 in einem etwas anderen RahmenSonntag, 21.12.2008
Dass nach dem Vormittagsgottesdienst am vierten Advent (an dem traditionell in allen Gemeinden die Weihnachtsfeiern stattfinden) immer noch geheimnisvolle Vorbereitungen hinter verschlossenen Türen getroffen werden, ist schon fast „normal“. Aber in unserer Gemeinde war am 21. Dezember 2008 „richtig was los“…
Denn einige Schwestern hatten die Idee, der Weihnachtsfeier mal einen anderen (gemütlicheren) Rahmen zu geben. Sowohl das offizielle Programm als auch das Kaffeetrinken sollten im Kirchenschiff stattfinden. Dies bedeutete jedoch eine Menge Arbeit und Schlepperei. Nach dem Gottesdienst am Vormittag wurden also die Jacketts ausgezogen, die Krawatten abgenommen und die Ärmel aufgekrempelt. Denn die Kirchenbänke sollten beiseite geschoben und Tische und Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Die Tische wurden gedeckt und geschmückt, eine schöne Beleuchtung und die Technik für die Beschallung geprobt.
Sabine und Nicole brachten die liebevoll gebastelte „Bühnendekoration“ in Stellung. Sie stellte die weihnachtliche Krippe dar. Der Stall von Bethlehem, Maria und Josef, das Jesuskind, die Tiere – alles war schon Wochen vorher vorbereitet worden. Die Schafe waren aus Pappe und Wattebäuschchen gebastelt und sahen aus einiger Entfernung ziemlich „echt“ aus. Dies alles sollte der Hintergrund sein für die Programmpunkte, die die Kinder für den Nachmittag vorbereitet hatten...
Einige Besucher waren etwas erstaunt, als sie dann das Kirchenschiff betraten - Tische und Bänke, Kaffee und Kekse, hatten sie nicht erwartet, jedenfalls nicht im Rahmen der Weihnachtsfeier. Nachdem alle einen Platz gefunden hatten, begann unser Gemeindevorsteher den Nachmittag mit einem Gebet. Er reichte das Mikrofon aber dann auch gleich weiter an Priester Christian Kujath, der die Moderation übernahm.
Dem gemeinsam gesungen Lied „Herbei o ihr Gläubigen“ (GB 27) folgte ein von kräftigen Kinderstimmen vorgetragenes Lied „Es kam ein Engel“. Dann war der Seniorenkreis an der Reihe, Edith Voss brachte mit dem Vortrag „Opfersinn“ einige besinnliche Momente in den Nachmittag. Anschließend kam wieder die Musik zum Zuge. Unser kleines Gemeindeorchester spielte „Der Christbaum ist der schönste Baum“. Und auch beim nächsten Programmpunkt waren sie dabei, denn der Seniorenkreis sang, begleitet vom Instrumentalkreis „Marys boychild“, allerdings in der weniger bekannten, aber „seniorenfreundlicheren“ deutschen Version. (Die englische Sprache ist doch bei den älteren Gemeindemitgliedern nicht so bekannt). Aber der Schwung und die Begeisterung kamen auch in deutscher Sprache sehr eindrucksvoll rüber.
Endlich hatten die Kinder ihren großen Auftritt. Es wurde die biblische Begebenheit der drei Weisen aus dem Morgenland in musikalischer und mimischer Weise dargestellt. Dabei hatten vor allem die Kleinen aus der Vorsonntagschule viel Spaß an ihrem Auftritt, den Requisiten und den Kostümen.
Dann durfte wieder gemeinsam gesungen werden. Für „Oh du Fröhliche“ mussten noch nicht einmal die Gesangbücher aufgeschlagen werden - das kennt doch jedes Kind auswendig.
Es folgte ein weiterer Vortrag der Kinder: „Ein Wunder ist heut' Nacht geschehen“. In dieser Darbietung versuchten einige einfache Hirten den vorbeieilenden Menschen von dem Wunder zu erzählen, das in der Weihnachtsnacht geschehen ist. Sie werden aber völlig ignoriert, weil es zu unbedeutend, zu unwichtig und zu unspektakulär erscheint. Mit richtiger Mimik und Tonfall kamen die kleinen Schauspieler hierbei ganz groß raus. Wie im „großen Theater“ mussten sie sich dann auch noch einmal aufstellen und bekamen einen Extra-Applaus.
Nachdem alles geschafft war, fiel die Aufregung und Anspannung von allen Mitwirkenden ab. Und dann gab es natürlich noch kleine Geschenke für alle Kinder.
Das Programm war nun zu Ende, aber nach Hause gingen nur wenige. Es war einfach zu gemütlich in dieser schönen ungewöhnlichen Atmosphäre.
Sonja Glinka / Frank Glinka