Berichte
Erntedank 2008 – freudig und buntSonntag, 05.10.2008
Einen freudigen und bunten Erntedankgottesdienst erlebte unsere Gemeinde am Sonntag, dem 5. Oktober 2008. Traditionell war der Altar für dieses Ereignis nicht nur mit Blumen geschmückt, sondern mit vielen Früchten vom Feld und aus dem Garten: Leuchtend rote Paprika, knackige Möhren, verführerisch duftendes Brot und ein riesengroßer 12-Kilo-Kürbis bildeten die wunderschöne Dekoration, die noch durch einen dicken Strohballen, bunte Blätter, Laternen und herbstliche Blumen ergänzt wurde. Aber so ganz war der Altarschmuck noch nicht komplett...
An dieser Stelle lassen wir einmal unsere „Kinderredakteurin“ Leonie aus ihrer Sicht weiter berichten:
„Erntedank war, wie jedes Jahr, echt super!!! Zuerst war eigentlich alles ganz normal. Nur der Altarschmuck war anders. Statt Blumen gab es heute Früchte, Getreide und Gemüse. Jedes Kind sollte eine Frucht oder Gemüse mitbringen und es in einen großen Korb vor den Altar legen. Einige brachten Weintrauben und Kohlrabi, andere brachten Möhren oder Brot. Der Korb war nachher voll. Aber den Gottesdienst mussten wir noch durchhalten, bevor wir uns danach endlich auf die „Leckereien“ stürzen konnten...“
Nachdem die Kinder vor dem Gottesdienst die mitgebrachten Früchte und das Gemüse vor dem Altar abgelegt hatten, ging es dann in die Sonntagschule und Vorsonntagschule.
Den Gottesdienst für die „Großen“ hielt Priester Stephan Heimrath und hatte als Thema die Dankbarkeit. Als Textwort dienten die Verse 4 und 5 aus dem 4. Kapitel des 1. Briefes an Timotheus: „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“
Zunächst ging er auf die irdische Schöpfung ein. Nachdem Gott alles geschaffen hatte, war alles gut; es gab nichts zu verbessern. Heute noch wäre die Erde in der Lage, alle Menschen zu ernähren, wenn alles richtig verteilt werden würde. Auch in der geistlichen Schöpfung sorgt unser himmlischer Vater dafür, dass wir immer reichlich versorgt werden. Priester Heimrath erklärte, dass es bei dem Textwort um die Speisevorschriften in damaliger Zeit ging. In der Zeit der ersten Christen gab es aufgrund unterschiedlicher Herkunft verschiedene Ansichten darüber, was gegessen werden durfte und was unrein wäre. Mit diesem Wort wurde Klarheit geschaffen. Wichtig wäre vor allem die Dankbarkeit. „Dankbarkeit soll die Grundeinstellung unseres Herzens sein“, betonte Stephan Heimrath. Dann gab er den zunächst etwas ungewöhnlichen Rat, bei Mangelerscheinungen (sei es im Natürlichen oder auch im Glauben) zunächst zu danken und dann erst um Hilfe zu bitten. Als Beispiel aus der Bibel erwähnte er dazu die Begebenheit, als Jesus einige Tausend Menschen gespeist hat mit nur ein paar Fischen und Broten. Der Gottessohn hat zuerst gedankt, danach kam es zu der wunderbaren Vermehrung.
Priester Heimrath nannte auch noch weitere Punkte:
„Dankbarkeit öffnet die Augen für die Bedürfnisse des Nächsten“;
„Dankbarkeit schärft den Blick auf das Wesentliche“;
„Dankbarkeit bewahrt vor Selbstüberschätzung“...
Auch bei den Kindern war der Erntedanktag ein Thema. Aus der Vorsonntagschule berichtete Hildegard: Die Kinder wurden gefragt, wofür sie dankbar wären. Es kamen sehr schöne Antworten: zum Beispiel für Mama, Papa und ihre Geschwister. Dann durften bunte Früchte gemalt werden. Außerdem erzählte Hildegard eine schöne Geschichte von roten, blauen, grünen und gelben Kindern, die dann später alle bunt wurden.
Zur Feier des Heiligen Abendmahles kamen die Kinder aus der Sonntag- und Vorsonntagschule wieder ins Kirchenschiff. So erlebte die Gemeinde diesen Höhepunkt des Gottesdienstes gemeinsam. Nach dem freudigen Schlusslied des Chores durften sich die Kinder von der Dekoration wieder etwas mitnehmen. So manch ein Vater oder manche Mutter staunte über die plötzliche (bisher unbekannte) Vorliebe ihrer Kinder für Obst und Gemüse. Aber vielleicht ging es eher um die „Eroberung einer Trophäe“?
Zum Kaffee gab es an diesem Sonntag neben Keksen auch etwas für die deftigeren Geschmäcker: herzhaftes Landbrot mit Schmalz! Die Weinflaschen im Eingangsbereich dienten (leider) nur als Dekoration.
So klang ein schöner, bunter Sonntagmorgen in freudiger Gemeinschaft langsam aus.
Sonja Glinka / Leonie Heimrath / Frank Glinka