Berichte
Gemeindeausflug zum Bergbau & Geschichtsmuseum in Oer-ErkenschwickSamstag, 19.08.2006
Am Samstag, dem 19. August 2006 machte unsere Gemeinde einen Ausflug in die Vergangenheit. Die Pioniere unserer Gemeinde waren fast alle im Bergbau beschäftigt, hatten Bergleute in der Verwandtschaft oder sonst irgendwie mit diesem für unsere Region damals so wichtigen Industriezweig zu tun.
Heute allerdings, wo es kaum noch Zechen im Ruhrgebiet gibt, kennt man vieles nur noch aus den Erzählungen der Älteren. Was lag also näher, als in der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick einmal das Bergbau- und Geschichtsmuseum zu besuchen und sich selbst „vor Ort“ ein Bild von den Arbeitsbedingungen „unter Tage“ zu machen? Kombiniert wurde das Ganze mit einem schönen Gemeindefest, denn auf dem Gelände des Museums gab es die Möglichkeit, nach der Besichtigung noch gemütlich in einem Stollen zusammen zu sitzen und zu grillen. Auch für die Kinder gab es viele Gelegenheiten, sich auszutoben und Spannendes zu entdecken.
Die interessante Führung begann mit einem Blick auf die Ausrüstung der Grubenwehr. Schaufensterpuppen in „voller Montur“ fanden große Aufmerksamkeit. Kaum vorstellbar unter welchen Bedingungen die Retter ihre Kumpel bei Gefahren bergen mussten. Dann ging es durch einen echten Förderkorb „unter Tage“. Eine Lok wurde sofort von den Kindern „geentert“. Durch eine „Wettertür“ kam man dann in einen Stollen. Zahlreiche Maschinen wurden erklärt und einige Geschichten und Sagen erzählt. Die Attraktion war aber eine Art „Unter-Tage-Schienen-Fahrrad“, mit dem nicht nur die Kinder viel Spaß hatten, sondern auch einige Erwachsene es sich nicht verkneifen konnten, das Ding einmal auszuprobieren.
Hinter einem Vorhang verbarg sich noch eine besondere Überraschung: Hier war das „stille Örtchen“, denn menschliche Bedürfnisse gab es auch in 1000 Meter Tiefe. In einem Nebenstollen konnte man eine kleine Vorstellung davon bekommen, wie niedrig manchmal die Gänge waren, in denen die Bergleute viele Stunden arbeiten mussten. In einem letzten Raum konnten dann noch alte Aufzeichnungen, Geräte, Bücher, Lampen, Urkunden und ähnliches bestaunt werden.
Nach der Besichtigung waren alle hungrig – und die Würstchen und Koteletts auch schon fertig. Zusammen mit den mitgebrachten Kuchen und Salaten eine bewährte Stärkung.
Die Kinder hatten in der Zwischenzeit die Maschinen in den Außenanlagen erobert. Eine Lok mit Kohlenlore fand besonderes Interesse. Für einige stand an diesem Nachmittag der Berufswunsch fest: Ich werde Lokführer!!! Andere hatten wohl eher das Berufsziel Maschinist im Auge, denn es gab einige Maschinen, an denen konnte man an Hebeln ziehen, Knöpfe drücken oder Regler betätigen (das alles natürlich ohne, dass sich etwas bewegte). So spannende Spielgeräte hat wohl keiner zu Hause im Garten.
Beim gemütlichen Plaudern wurde festgestellt, dass fast alle irgendwie Vorfahren haben, die mit dem Bergbau zu tun hatten. So gab es viele Geschichten, die man gehört hat oder von den Älteren auch noch selbst erlebt worden sind. Ein schöner und interessanter Nachmittag ging schließlich zu Ende. Der kleine Ausflug zu den Bergbauwurzeln der Gemeinde war sehr lehrreich hat allen viel Spaß gemacht. Und keiner musste hinterher Pavillons abbauen, spülen oder Kirche putzen !!
Sonja Glinka / Frank Glinka