Berichte
Bischof Schwerdtfeger besuchte zum ersten Mal die Gemeinde HochlarmarkSonntag, 05.03.2006
Gott tut Gutes – Lasst uns zufrieden sein
Dies war der rote Faden, der sich durch den Gottesdienst für die Entschlafenen am Sonntag, dem 5. März 2006 zog. Bischof Hans-Joachim Schwerdtfeger besuchte zum ersten Mal nach der Bezirksreform unsere Gemeinde und hielt einen sehr bewegenden Gottesdienst.
Die Entschlafenengottesdienste werden in der Neuapostolischen Kirche dreimal im Jahr gefeiert; dabei wird besonders der Verstorbenen gedacht und für sie gebetet. Sowohl unser Gemeindechor als auch der kleine Instrumentalkreis haben für diesen neuapostolischen Feiertag einige besondere Musikstücke geprobt und dadurch einen festlichen Rahmen gebildet. Lieder mit Solopassagen, Chorvorträge mit Orgel- oder Oboenbegleitung und auch einige Musikstücke des kleinen Orchesters vor dem Gottesdienst sorgten für musikalische Abwechslung.
Als Textwort diente der 7. bis 9. Vers aus dem 116. Psalm: „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr tut dir Gutes. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen.“
Der Bischof betonte zunächst die Wichtigkeit dieses Tages und machte deutlich, wie den Verstorbenen durch unsere Gebete geholfen werden kann. Der neuapostolische Glaube ist unter anderem geprägt durch den Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod und das Wiedersehen mit bereits Verstorbenen.
Hans-Joachim Schwerdtfeger ging dann auf das Textwort ein und wiederholte im Verlauf des Gottesdienstes immer wieder die eingangs erwähnten Worte. Wenn wir zufrieden sein wollen, müssen wir uns lenken und leiten lassen vom Geist Gottes, dann empfangen wir das, was Gott uns schenken möchte. Manchmal treffen wir in unserem Leben zwar Fehlentscheidungen, aber wir wissen uns immer geborgen in Gottes Hand. Der Bischof warnte dann aber vor Selbstzufriedenheit und mahnte, dass es nicht ausreichen würde, sich nur um das (eigene) Irdische zu kümmern, sondern wir sollten auch nach Ewigkeitswerten fragen oder uns zum Beispiel nach dem Befinden des Nächsten erkundigen. Außerdem hob Bischof Schwerdtfeger hervor, wie wichtig es wäre, anderen zu vergeben. „Versöhnungsbereitschaft ist unumgänglich, um selbst zur Erlösung zu kommen“, so der Bischof. Wieder kam er dann auf das Wort „Gott tut Gutes“ zurück: Unser himmlischer Vater führt aus Dunkel ins Licht, aus Lügen zur Wahrheit und aus Kälte zur Wärme – jede Menge Grund für uns zufrieden zu sein! Zum Schluss gab er dann noch einen wichtigen Rat, was man tun kann, wenn man sich einmal über etwas sehr ärgert und dieser Ärger sich immer mehr steigert - einfach drumherum gehen!
Nach einem weiteren schönen Chorvortrag fuhr unser Bezirksältester Lothar Robak mit dem Gottesdienst fort. Er betonte, dass der Bischof sehr anschaulich die Lebensverhältnisse der Verstorbenen beschrieben hätte. Durch Jesus wurde aber die Möglichkeit der Erlösung für alle Menschen geschaffen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hätten sich heute eindrucksvoll miteinander verbunden.
Danach feierte die ganze Gemeinde das Heilige Abendmahl und eine sehr feierliche und berührende Atmosphäre breitete sich aus, als noch einmal für die Verstorbenen gebetet wurde und der Chor anschließend das Lied „Die Erlösten warten unser in der Ewigkeit (CM 380)“ vortrug. Dieses machte deutlich, dass Entschlafenengottesdienste keine Trauergottesdienste sind, sondern geprägt durch die Hoffnung auf ein freudiges Wiedersehen.
Nach dem Gottesdienst nutzten die Gottesdienstbesucher die Gelegenheit, sich von unserem neuen Bischof noch persönlich zu verabschieden und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Die Herzen der Hochlarmarker Gemeinde hat er jedenfalls erobert und darf jederzeit gerne wiederkommen!
Sonja Glinka / Frank Glinka