Berichte
Mit den "Weihnachtsreportern" durch die MissionsländerSonntag, 18.12.2005
Die Kinder unserer Gemeinde haben sich zur diesjährigen Weihnachtsfeier am Sonntag Nachmittag, dem 18. Dezember 2005 etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie inszenierten eine Weihnachts- sendung und stellten den Besuchern vor, wie in den verschiedenen Missionsländern unserer Gebietskirche Weihnachten gefeiert wird. Aber dies war nur ein Programmpunkt; es gab noch viele weitere, die insgesamt für eine schöne besinnliche Stunde in der Vorweihnachtszeit sorgten.
Nach Gebet und einem gemeinsam gesungenen Lied der Gemeinde sprach zunächst der Vorsteher Uwe Dimek ein paar einführende Worte. Danach trug Philipp ein Musikstück von Bach auf der Orgel vor. Und dann gingen die Reporter „auf Sendung“: Durch die technische Unterstützung der Sonntagschullehrerinnen und eines Diakons wurden die passenden Bilder zu den einzelnen Reportagen mittels eines Beamers an die weiße Wand hinter dem Altar projiziert. Dadurch hatte man den Eindruck, eine richtige Nachrichtenreportage zu sehen.
Moderator Daniel führte professionell durch die Sendung und leitete jeweils zu den Korrespondenten in den verschiedenen Ländern über. Reporter Marcel stellte zunächst auf einer großen Weltkarte die Missionsländer unserer Gebietskirche mit den zuständigen Aposteln vor. Die erste Schaltung ging dann nach Angola, von wo Reporter Tobias über die Advents- und Weihnachtszeit in diesem afrikanischen Land berichtete. Da es sich auf der Südhalbkugel unserer Erde befindet, ist es dort sehr warm und die Kinder haben Sommerferien. Reporterin Katharina erzählte anschließend, wie in Portugal gefeiert wird. Dort ist es Brauch, einen Kuchen zu backen, der eine „Eselsbohne“ enthält. Derjenige, der in seinem Kuchenstück die Bohne findet, ist der „Esel“, der für das nächste Jahr den Kuchen backen muss. Anschließend machten die Zuhörer einen großen Sprung quer durch Europa nach Osten, von wo Reporterin Leonie aus Litauen berichtete: Wie bei uns versammelt sich auch dort die ganze Familie am Heiligabend zum Abendessen. Es werden mindestens zwölf (!!) verschiedene Speisen vorbereitet und gegessen. Der Gedanke, dass die Menschen dort dann sehr dick sein müssten, weil sie soviel essen, wurde durch Leonie gleich korrigiert, denn von allem wird nur ein wenig probiert. Russland wird inzwischen von NRW aus nicht mehr betreut; zur Erinnerung an dieses ehemalige Missionsland trugen Leah-Maria, Leonie und Celina das russische Lied „Schlaf mein Kindchen“ vor. Danach verriet Reporter Marcel, dass es in Georgien zwei unterschiedliche Weihnachtstage gibt. Am 25. Dezember feiert die katholische Bevölkerung und am 7. Januar die orthodoxe Kirche ihr Weihnachtsfest. Der traditionelle georgische Weihnachtsbaum, der „Tschitschilaki“, ist ein aus einem Ast geschnitzter Baum. Anschließend erzählte Reporterin Leah-Maria aus Albanien, dass dort bis vor kurzem jede religiöse Betätigung verboten war, und deshalb auch das Weihnachtsfest bisher kaum gefeiert wurde. Erst in letzter Zeit wurden die alten Traditionen durch die Älteren wieder belebt. In vielen Familien wird erst zum Neujahrsfest der Weihnachtsbaum aufgestellt und die Geschenke werden verteilt. Von einem ganz anderen Weihnachtsfest als wir es kennen, berichtete dann Celina aus Indien: Da Tannenbäume keine typisch indischen Pflanzen sind, werden in diesem tropischen Land Mangobäume oder Bananenstauden geschmückt. Ansonsten geht es bunt, farbenfroh und lustig zu. Dem Familienoberhaupt wird eine Zitrone überreicht, wodurch ihm von seiner Familie Glück und Erfolg gewünscht wird.
Nach dieser spannenden Weihnachtsreise gab Moderator Daniel zurück an den Vorsteher. Dieser kündigte als nächsten Programmpunkt den Instrumentalkreis mit „Away in a manger“ an. Anschließend machte sich der Senioren- beauftragte Karl-Heinz Heimrath in rheinischem Dialekt Gedanken über die Weihnachtszeit mit all‘ ihren Begleiterscheinungen wie „Lärmbe- lästigung durch Weih- nachtsmusik“ und „traumatischen Angstpsychosen wegen Tannenbaumbränden“. Dann gab es wieder eine musikalische Einlage mit Sandra (Klarinette) und Philipp (Orgel). Sie spielten „Wachet auf ruft uns die Stimme“. Der Seniorenkreis überraschte die Gemeinde dann mit dem „Kalenderlied“, bevor die Sonntagschullehrerinnen Geschenke an die Kinder verteilten. Zum Abschluss sang die ganze Gemeinde noch ein gemeinsames Lied; danach ging es in das Erdgeschoss der Kirche, denn hier war noch ein kleiner Weihnachtsimbiss für alle vorbereitet. Auch dabei hatten sich die Kinder etwas besonderes einfallen lassen. Aus jedem der Missionsländer, die sie vorgestellt hatten, gab es eine Spezialität zu naschen. Besonderes Interesse fand eine „süße Wurst“ aus Georgien, die im Geschmack für die meisten allerdings sehr gewöhnungsbedürftig war.
Sonja Glinka / Frank Glinka