Berichte

Die Psalmen - Wort und GesangSamstag, 10.11.2007

... waren das Thema einer Andacht, zu der am Samstag, dem 10. November 2007 herzlich eingeladen wurde. Viele der Verse aus den Psalmen sind allgemein bekannt; einige finden sich in Liedtexten wieder. Aber was ist eigentlich der Ursprung? Wie alt sind sie? Wozu sind sie ursprünglich entstanden? Wie viele gibt es? Wer waren die oder der Verfasser? Mit den Antworten auf diese Fragen hat sich Priester Stephan Heimrath einige Zeit beschäftigt und so interessante Informationen gefunden...


Schon als man unsere Kirche betrat, deutete der liebevoll gestaltete Altarschmuck an, worum es an diesem Samstag abend in der „stillen Zeit“ gehen würde: Neben Blumengestecken und einer stimmungsvollen Laterne zierte ein aufgeschlagenes Psalmbuch den Altar.

 Auch Philipp Kujath stimmte an der Orgel bereits vor Beginn der Andacht auf das Thema ein. Man konnte schon einige Musikstücke erkennen, die aus unserer Chormappe bekannt sind mit den Hinweisen, dass die Texte aus den Psalmen stammen.

Nach dem Eingangsgebet und einigen Begrüßungsworten gab Hirte Uwe Dimek die Moderation weiter an Priester Heimrath.

Dieser hieß ebenfalls alle Anwesenden herzlich willkommen und gab zunächst einige allgemeine Hintergrundinformationen zu den Psalmen. Hier nun also einige Antworten auf die eingangs erwähnten Fragen: Das Wort „Psalm“ kommt aus dem griechischen „psalmos“ = Saitenspiel. „Buch der Gesänge“ wurden die Psalmen in der jüdischen Bezeichnung auch genannt. In der heute bekannten Form gibt es 150 Psalmen in der Bibel. Dazu kommen aber auch noch weitere, die in anderen Teilen der Heiligen Schrift, sogar im Neuen Testament, enthalten sind. Und wer weiß schon, dass es auch noch einen 151. Psalm von David gibt, in welchem er den Kampf gegen Goliath beschreibt? Herkunft, Entstehungszeit und zeitgemäße Funktion der einzelnen Psalmen sind unterschiedlich. Sie spiegeln etwa 800 Jahre israelischer Geschichte wider. Vornehmlich wurden sie als Lieder im Tempelleben benutzt. Die ursprünglichen Melodien sind nicht mehr bekannt. Das Christentum hat die Psalmen übernommen und so wurden sie schließlich in vielen Kirchenliedern vertont.

Nach dieser allgemeinen Einführung wurden einige Psalmtexte ein wenig erläutert, vorgelesen und anschließend vom Chor unter der Leitung von Markus Kujath musikalisch vorgetragen.
Hierbei gab es einige Überraschungen. Als Stephan Heimrath den Psalm 121 vorlas, der mit den Worten beginnt „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen...“, dachte natürlich jeder sofort an das entsprechende bekannte Lied aus der Chormappe, aber nein – der Chor trug ein weniger bekanntes Lied vor, das aus dem zweiten Teil des Psalms stammt „Der Herr behüte dich“ (CM 55).

Der Psalm 126 wurde in zwei unterschiedlichen Liedern vertont: „Wenn der Herr die Gefangenen...“ (CM 178) und „Die mit Tränen säen“ (CM 274). Zu dem 23. Psalm erläuterte Priester Heimrath eine interessante Abweichung zum hebräischen Text und deren Bedeutung. In dem vorletzten Lied „Preis und Anbetung“ (CM 231) wurden verschiedene Psalmtexte in einer Komposition verwendet. Den Abschluss bildete schließlich das freudige Lob- und Danklied „Herr deine Güte reicht soweit“ (CM 263).

Durch diese Gegenüberstellung von Text und Musik konnten zum einen interessante Informationen über die Psalmen näher gebracht werden. Zum anderen konnten die Beschreibungen der Psalmdichter von Not, Leid aber auch Freude, Anbetung und Gotterleben viel intensiver erfasst werden. Der Zuhörer erlebte die Texte und Gefühle als Abbild eigener Lebenssituationen. Gerade in der „stillen Zeit“ die durchaus auch von Abschied und dem Gefühl des Alleinsein geprägt ist, konnte dies Trost und Freude bewirken.

Hirte Jörg Jendral zeichnete als Kameramann des NAK-Filmteams (Link: filmteam-nak-marl.de) die Andacht auf. Sie wird Ende November ausgestrahlt im Bürgerfunk Offener Kanal der Stadt Marl.

Sonja Glinka/Frank Glinka; Recherche: Stephan Heimrath